Alles neu... macht der Schulanfang

Aktualisiert: 26. Okt 2018


Die Schule hat wieder begonnen! Und in den ersten Septemberwochen werden die Weichen für dieses Schuljahr gestellt. Es gibt neue Stundenpläne, neue Einteilung der Freizeitaktivitäten, … für uns Eltern viel zu besorgen … und auch viel zu bezahlen 😉


Als Mutter von drei Kindern kenn ich diese anstrengende Zeit gut.


Ich habe in meinem Leben seit nunmehr 46 Jahren ‚Schule‘ 😉 – zuerst als Schülerin, dann als Lehrerin, Pädagogin, Pädagogische Beraterin und seit 16 Jahren als Mutter.


Der Schulanfang ist eine sehr wichtige Zeit. Denn wie jeder Neuanfang bietet er die Möglichkeit, Gewohnheiten zu verändern und Entwicklungen eine neue Richtung zu geben.


Ich möchte dir einige Denkanstöße geben – als Grundlage für bewusste Entscheidungen als Mutter/Vater sowie zur positiven Entwicklung deines Kindes.



• Freizeit ist FREI-Zeit


Bei der Einteilung der Freizeitaktivitäten deines Kindes bedenke bitte: Freizeit soll auch FREIE Zeit bieten.


Es gibt so viele Angebote für Kinder und Jugendliche – von Ballett über Reiten, Klavier, Flöte, und natürlich Fußball nicht zu vergessen. All das können wunderbare Möglichkeiten zur Förderung deines Kindes sein. Trotzdem muss es auch Auszeiten geben, Zeiten der Passivität, des Ausrastens, Musikhörens, Spielen oder Nichtstuns.


Immer mehr Jugendliche haben Schlafprobleme, können nicht mehr abschalten und gehen damit schon jetzt einem möglichen späteren Burnout entgegen.


Sorge dafür, dass es für dein Kind auch Passivzeiten gibt, wo es nichts tun und nichts leisten muss.



Unser Körper braucht Passivität genauso wie Aktivität – im gleichen Ausmaß.



• Schule wozu?


Am Beginn des Schuljahres macht Schule meist Spaß. Es gibt neue Fächer, neue LehrerInnen und MitschülerInnen – eine spannende Zeit.


Schule wozu? - Lernen muss Sinn machen!

Nach und nach weicht die Begeisterung jedoch oft der Demotivation nach dem Motto „Ich muss ja lernen“.


Lernen wird als von außen auferlegte Verpflichtung und als Druck erlebt.


Daran hat mit Sicherheit unser Schulsystem einen entsprechenden Anteil - durch die laufende Beurteilung, Leistungsanforderungen und Noten.


Alternative Schulsysteme gehen hier meist andere Wege. Sie orientieren sich vor allem an der Entwicklung des Kindes, stellen das Verständnis eines Themas vor auswendig gelerntes Wissen und schätzen musische oder handwerkliche Fähigkeiten gleich hoch wie intellektuelle Fähigkeiten.


SchülerInnen, die wegen mangelnder Motivation zu mir in die Praxis kommen, frage ich gerne: „Was meinst du, wozu gehst du in die Schule?“, „Wozu lernst du?“.


Die Antworten sind in der Regel:


- Damit ich was kann.

- Damit die Lehrerin zufrieden ist.

- Damit ich gute Noten hab.

- Damit die Mama / der Papa nicht bös ist.


All diese Gründe zu lernen sind wohl keine positive Motivation.


Damit Lernen funktioniert, muss es Sinn machen, und der persönliche Nutzen muss klar sein. Auch wir selbst machen ja nicht gerne eine Arbeit, nur weil wir es müssen, ohne dass uns der Sinn oder unser Nutzen klar ist!


Daher: Rege dein Kind durch Fragen zu Denkprozessen an, die das Lernen mit dem Sinn und ihrem persönlichen Nutzen in Zusammenhang bringen - etwa späteren beruflichen Wahlmöglichkeiten und ein frei wählbares, gutes Leben.


Willst du später in einer Wohnung wohnen oder in einem Haus?

Willst du ein Auto haben? Welches?

Das wird wohl viel Geld kosten. Was meinst du: Wenn du mehr gelernt hast, wirst du dann einen Beruf aussuchen können, der dir Freude macht und mit dem du auch gut verdienst? Usw.


Oder erzähl doch mal (auf nicht belehrende Art) von deiner eigenen Ausbildung; davon, was sie dir ermöglicht hat, welche Arbeit du jetzt dadurch machen kannst und was du daran besonders magst. Dein Kind kann das nicht wissen!



• Tablet, Handy & Co


Oh weia, was für ein Thema!


Wir Eltern bekommen immer größeren Druck in diese Richtung. Das neueste Handy, das beste Tablet und natürlich Stunden, die unsere Kinder vor den Geräten verbringen möchten!


Aber auch die Kinder haben hier Druck – von den Freunden und Freundinnen, die ‚immer das neueste Handy haben‘ und die ‚den ganzen Tag spielen dürfen‘. Man muss ja wissen, wovon sie reden, online sein beim Chatten, bei gemeinsamen Spielen, sonst gehört man nicht dazu.


Ich sehe aber auch, wie sehr der Elektronikkonsum das Gehirn mit Reizen überflutet und unter Stress setzt; wie junge Kinder dadurch eine immer schwächer entwickelte Raumorientierung haben und wie stark der Suchtfaktor ist.


Mein Rat: Triff eine Vereinbarung mit deinem Kind - am besten durch intelligente Fragen.


Was meinst du, wieviel Zeit am Tablet findest du gut für dich?


Ich beobachte, dass du danach immer sehr gestresst/müde bist. Und ich möchte, dass es dir gut geht und dass du auch genug Zeit und Kraft fürs Lernen hast. Was meinst du, mit wieviel Zeit könntest du auskommen?


Dann trefft eine Vereinbarung und haltet sie schriftlich fest. Zettel sichtbar aufhängen! Dein Kind wird sich trotzdem nicht immer daran halten wollen (der Suchtfaktor ist groß), aber dann kannst du auf eure Vereinbarung hinweisen und dich selbst entsprechend der Vereinbarung verhalten.

Zusätzlicher Tipp: Ich möchte dich darin bekräftigen, alle elektronischen Geräte nachts aus dem Zimmer zu geben sowie das WLAN abzudrehen. Viele Jugendliche, die in meine Praxis kommen, sind durch Elektrosmog belastet – eine der vielfältigen Ursachen von Konzentrationsmangel.


Also: nachts alles abdrehen und raus!




• Eigenverantwortlichkeit


Eines der wichtigsten Themen und die größte Herausforderung für uns Eltern.


Dein Kind wird älter – laufend.


Am Beginn ihres Lebens sind wir quasi ganz für unsere Kinder abgestellt. Wir geben viel von unseren eigenen Bedürfnissen und Wünschen auf und wir definieren uns zunehmend (nur mehr?) als Mutter/Vater. Manchmal scheint es, als hätten wir kein eigenes Leben mehr.


Bitte beobachte dich selbst einmal! Sagst du auch manchmal: WIR müssen noch die Aufgabe machen; WIR haben morgen Schularbeit; WIR haben einen Einser bekommen?


Ich schlage dir vor, diese Sätze zu verändern!


DEIN Kind hat noch eine Aufgabe, DEIN Kind hat morgen Schularbeit, ... nicht DU!


Warum ist das so wichtig?


Du willst sicher, dass aus deinem Kind ein/e selbstverantwortliche/r Erwachsener wird, die/der das eigene Leben meistert und glücklich ist. Oder?


Dann hilf deiner Tochter / deinem Sohn dabei, selbstverantwortlich und erwachsen zu werden. Sich darauf auszuruhen, dass DU es schon machen wirst, DU verantwortlich bist, DU sowieso alles besser kannst, gibt ihr/ihm keine Kraft, keinen Selbstwert und keine Eigenmächtigkeit.



Die größte Herausforderung als Mutter/Vater ist es, sich zunehmend unnötig zu machen.


Wenn du dein Kind unterstützen willst, hilf ihm

- durch Fragen, selbst die richtigen Entscheidungen zu treffen

- eigene Erfahrungen zu machen

- so früh wie möglich auf die Nase zu fallen – dann, wenn du noch daneben bist, es auffangen und den Schaden gering halten kannst.


Das ist Lernen. Das ist das Leben.


Führ es nicht in die Schule, zeig ihm, wie es mit dem Bus fahren kann!


Sag ihm nicht die Lösung seiner Mathe-Aufgabe, hilf ihm sie selbst zu finden!


Triff keine Entscheidung, die es schon selbst treffen kann. Führe es mit intelligenten Fragen zur Entscheidungsfindung!



Warum ist es so schwer, die Kinder loszulassen?


Weil wir oft nicht mehr wissen, wie ein Leben ohne die ständige Anforderung als Mutter/Vater ist; weil wir gebraucht sein, wichtig sein wollen; weil wir uns selbst verloren haben, unsere Wünsche, unsere Bedürfnisse, unser eigenes Leben.


Also: dein Kind ist ein eigenständiges Wesen. Es hat auch eine innere Weisheit, die du nicht kennst. Dein Job ist es, eine Zeitlang liebevoll da zu sein und ihm Möglichkeiten zu bieten, selbst den eigenen Weg zu finden; selbst stark und glücklich zu werden. Und in der Regel ist das nicht dein Weg, denn dein Kind ist einzigartig und das gilt es zu akzeptieren und wertzuschätzen.


Und: Je älter deine Kinder werden, umso mehr bekommst du dein eigenes Leben zurück.


Nütze diese Chance!

Finde wieder heraus, was dir gut tut!

Finde wieder heraus, was du selbst gerne tust! Umgib dich mit lieben Menschen, finde neue/alte Hobbies, widme dich wieder mehr der Beziehung zu deiner/m LebenspartnerIn!


Es ist dein Leben!


Auch du darfst eigenverantwortlich und selbstbestimmt leben 😊.



Du willst mehr darüber wissen, wie du deinem Kind beim Lernen helfen kannst? Dann hab ich das Richtige für dich: Meine neuen LernHex Profi-Tipps.


© Mag.a Ursula Förschner


Fotos: wix.com; pixabay.com

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@2016 by Mag.a Ursula Förschner